Deutschlands zweitgrößte Insel hat alles zu bieten, ob nun eine abwechslungsreiche Landschaft, die Weite der Ostsee, Hügellandschaft, Binnenseen wie auch sehr viele grüne Wiesen. Kein Wunder also, dass schon vor 200 Jahren die ersten Badegäste angelockt wurden, denn Usedom ist für seine vielen Sonnenstunden bekannt. Dabei blieb es nur nicht, denn schon damals wusste so mancher, wie es mit Tourismus möglich ist, viel Geld zu verdienen. Ein Stück Kulturgeschichte, welches die Insel zu dem prägte, was sie heute noch darstellt. Als der Badebetrieb Ende des 18. Jahrhunderts so richtig in Gang kam, wollten die Hoteliers natürlich ihrer mondänen Kundschaft etwas bieten. So entstanden in Heiligendamm die ersten luxuriösen Pensionen und Hotels im Stil der Neorenaissance, denn mit der damaligen Zugstrecke war man in zwei Stunden von Berlin nach Usedom.
Für Bahnurlauber lohnt es sich durchaus, für einen Tag einen Mietwagen zu nehmen und auf Besichtigungsfahrt zu gehen. Die sogenannte Bäderarchitektur in den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck mit ihrer ca. 8 km langen Strandpromenade, gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die ein Feriengast auf Usedom einfach nicht versäumen sollte. Die Mischung der unterschiedlichen Stile ist hier besonders ausgeprägt, ob nun Villen oder Hotels, deren Merkmale sind ein massives mehrgeschossiges Gebäude in Quaderform mit meist Veranden aus Holz. Das eine oder andere Mal zusätzlich mit Türmchen und Erker verziert. Noch viel älter und ein Einblick in die Entwicklung und Kultur dörflichen Lebens, sind Usedoms mittelalterliche Kirchen in den Fischerdörfern wie Koserow, die bis in die Zeit der Romanik zurückgehen. Während die neogotischen Kirchen des 19. Jahrhunderts die Kaiserbäder überragen.
Die gesamte 354 km² große Fläche der Insel ist als Landschaftsschutzgebiet, davon sind einige Gebiete außerdem als Naturschutz ausgewiesen. Dazu gehören u. a. der Peenemünder Haken, wo sich ein Flachwassergebiet mit Salzwiesen und Birken-Stieleichen-Wald ausbreitet. Oder, um den Wockninsee bei Ückeritz das torfmoosreiche Zwischenmoor als Biotop für Sumpfschildkröte und Kranich. Außerdem gibt es Reservate für Brutvögel, Bäume als Einzelnaturdenkmal oder Findlinge zum Bestaunen. Neben dem Ostseestrand ist auch das Hinterland der Insel sehenswert, wo sich kleine Fischerdörfer an den Ufern der Haffs zeigen. Wer gerne wandert oder mit dem Rad unterwegs ist, wird sich an den herrlichen Ausblicken über die weiten Wasserflächen erfreuen.
Bild: panthermedia.net Liane Matrisch
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