Hubbrücke Karnin

1932 geplant, erlebte die Hubbrücke bei Karnin keine lange Einsatzzeit. Eröffnet im ersten Jahr der Nazi-Diktatur, genauer im Juni 1933, wurde sie 1945 beim Rückzug deutscher Truppen aus Russland zerstört, damit die Rote Armee nicht nachrücken konnte. Lediglich das Mittelfundament steht noch mitten in der Peene.

Eine Eisenbahnbrücke über die Peene existierte aber auch schon vorher. Im Dezember 1872 erhielt die Berlin-Stettiner Eisenbahn eine Konzession, um die Bahnlinie Ducherow-Swinemünde bauen zu können. Zu diesem Zweck musste man die Peene per Brücke überwinden. Man entschied sich zunächst dazu, den Flussverlauf zu verringern, die Peene war an der zu überquerdenden Stelle 500 m breit, dies verringerte man jedoch mittels künstlicher Dämme auf 360 m.

Die erste Karniner Eisenbahnbrücke war eine Drehbrücke, die einzige Technik, welche außer einer Klappbrücke zu der Zeit möglich war. Die drehbare Brücke war vor allen Dingen für die noch weit verbreiteten Segelschiffe notwendig. Die zunächst einspurige Strecke wurde Ende der 1870er Jahre um eine Spur erweitert, jedoch konnten die Züge die Brücke nur mit 45 km/h überqueren.

Um diesen Umstand zu beheben plante man daher Anfang der 1930er Jahre den Umbau zur Hubbrücke. Der Umbau erfolgt in zwei Teilen, so war die Brücke zu Beginn nur auf einer Hälfte Hubbrücke und auf der anderen Seite immer noch eine Drehbrücke. Nachdem aber beide Seiten fertiggestellt waren, konnten wieder zweispurig Züge mit 100 km/h über die Brücke fahren.

Und während die Zerstörung der Brücke das schnelle Erreichen der Insel Usedom durch die Rote Armee verhindern sollte, dachte die Deutsche Bahn wieder darüber nach, Usedom über die alte Strecke Ducherow-Swinemünde anzufahren, allerdings ist dies 2008 zunächst wieder verworfen worden, da die Strecke sich nicht rechnen würde.

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